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Erwartungsfroh machten sich am frühen Morgen knapp 100 Gläubige aus den Pfarreiengemeinschaften Franziska Streitel Mellrichstadt, Fladungen-Nordheim und Besengau Bastheim auf zum gemeinsamen Tagesausflug am Tag der Deutschen Einheit. Ziel der Reise war dieses Mal die Klosterstadt Waldsassen in der Oberpfalz, auch „der barocke Himmel Bayerns“ genannt.

Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Pilger von der Führung in der neu renovierten Stiftsbasilika der Zisterzienserinnen-Abtei. Bedeutende Kirchenbaumeister wie Georg Dientzenhofer und Abraham Leuthner schufen mit dieser Pfeilerbasilika eine der bemerkenswertesten Barockkirchen Bayerns. An der prachtvollen Ausstattung waren Künstler aus ganz Europa beteiligt. Das Hauptschiff ist mit Kapellen und Emporen ausgestattet. Kostbare Stukkaturen zieren den gesamten Innenraum. Im Nonnenchor befindet sich ein reich gestaltetes Chorgestühl, in dem die Reisegruppe Platz nahm und den Ausführungen interessiert lauschte.
Ins Staunen versetzte die Reisenden auch die kurzweilige Führung durch den weltberühmten Bibliothekssaal – ein künstlerisches Kleinod. Lebensgroße, vom einheimischen Bildhauer Karl Stilp kunstvoll geschnitzte Figuren tragen die Galerie, die den Saal umläuft. Sie stellen sinnbildlich die verschiedenen Facetten des menschlichen Hochmutes dar: Zorn, Dummheit, Eigenbrötlerei, Spottlust, Prahlerei, Ignoranz, Hoffart, Eitelkeit, Neugierde und Heuchelei. Dem heiligen Bernhard nach führt der Weg zur Gotteserkenntnis einzig über die Demut. Dazu bedarf es der Selbsterkenntnis und der Abkehr von Hochmut, worauf diese beeindruckenden Figuren hinweisen sollen.

Seinen eigenen Gedanken nachhängen oder einfach nur genießen und auf sich einwirken lassen konnten die Pilger anschließend das kurze, brillante Orgelkonzert mit Kirchenmusikdirektor Andreas Sagstetter in der Stiftsbasilika, einer der größten Orgelanlagen mit 103 Registern, 7720 Pfeifen und 82 Glocken.
Frisch gestärkt, nach gutem Mittagessen im Gästehaus St. Joseph des Klosters, wanderte die Gruppe dann über den in Europa einmaligen Rosenkranzstationsweg zur Dreifaltigkeitskirche Kappl mit den drei auffälligen Rundtürmen mit Zwiebelhauben. Ein Pater erläuterte den Pilgern die Darstellung der göttlichen Dreifaltigkeit in allen Bauteilen der schönen barocken Wallfahrtskirche. Dabei dominieren die herrlichen Deckenmalereien in den drei Kuppeln über den drei Hauptaltären – Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist.
Ergreifend war die abschließende Andacht. Pfarrvikar Paul Reder hielt den feierlichen Gottesdienst und trug unter anderem eine tiefsinnige Betrachtung aus der Feder des im Mai verstorbenen Bischofs Paul-Werner Scheele über den dreifaltigen Gott vor. Pfarrer Thomas Menzel begleitete die Gemeinde an der Orgel. „Sei gelobt und hochgepriesen, Heiligste Dreifaltigkeit“ stimmten alle freudig ein.

Auf der Heimfahrt wurde noch ein Stopp in Sand am Main eingelegt; im Weingut Goger ließen die Reisenden beim Abendessen den Tag in geselliger, fröhlicher Runde ausklingen und die vielen Eindrücke und das gemeinsam Erlebte noch einmal begeistert Revue passieren. „Miteinander unterwegs sein, Neues entdecken, ins Gespräch kommen – das verbindet und so wächst man in den Pfarreiengemeinschaften immer mehr zusammen“ war man sich einig und man darf schon gespannt sein, wohin der Ausflug wohl im nächsten Jahr führen wird.

 

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